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Tarifberater

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Blockheizkraftwerke und Fernwärmeversorgung

Was ist Fernwärme?

Fernwärme kommt wie Strom, Erdgas oder Trinkwasser per Leitung ins Haus. Die Fernwärmeerzeugung in Reutlingen erfolgt im Blockheizkraftwerk Hauffstraße und in Spitzenzeiten auch im 2018 neu errichteten Heizwerk in der Bahnhofstraße und wird von dort über das Netz "Hauffstraße" zu den Haushalten verteilt.

Wofür kann Fernwärme verwendet werden?

Die Nutzungsmöglichkeiten der Fernwärme sind sehr flexibel. Sie kann nicht nur die Beheizung von Gebäuden, sondern auch für die Warmwasseraufbereitung eingesetzt werden. Für Industrie und gewerbetreibende Unternehmen bietet sich die Nutzung von Fernwärme innerhalb von Produktionsprozessen an, sofern die technischen Randbedingungen stimmen.

Woher kommt die Fernwärme?

In unserem hochmodernen Blockheizkraftwerk in der Hauffstraße produzieren wir über 75 % der Fernwärme mit umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung. Das erdgasbetriebene Heizkraftwerk in der Hauffstraße besteht aus 5 BHKW-Modulen (10 Megawatt elektrische Leistung, 11,9 Megawatt thermische Leistung) und einer Kesselanlage bestehend aus 4 Kesseln mit ca. 40,5 Megawatt zur Abdeckung von Spitzenlasten.

Zwei weitere Kessel mit einer Gesamtleistung von 16 Megawatt stehen im Spitzenlastheizwerk in der Bahnhofstraße, welche bei entsprechenden Lastzuständen im Fernwärmenetz ebenfalls Wärme in das Fernwärmenetz parallel zu Anlage in der Hauffstraße einspeisen.

Der Kreislauf der Fernwärme

Die Versorgung mit Fernwärme erfolgt über unser etwa 35 Kilometer langes Rohrleitungsnetz (Stand Ende 2018). Das Heizwasser wird in unterirdisch verlegten, sehr gut isolierten Leitungen vom Blockheizkraftwerk Hauffstraße bzw. vom Spitzelastheizwerk Bahnhofstraße zu den Gebäuden transportiert. Je nach Außentemperatur wird das Fernwärme-Netz mit Heizwassertemperaturen zwischen 70 und 110 Grad Celsius betrieben. Die Wärmeübergabe an den Verbraucher erfolgt über die zwischengeschaltete Fernwärmeübergabestation. Das abgekühlte Wasser fließt über eine zweite Rohrleitung wieder zurück zu den Erzeugungsstandorten, wo es erneut erhitzt wird.

Die im Gebäude installierte Fernwärmeübergabestation umfasst alle Komponenten für eine sichere und zuverlässige Wärmeübergabe. Meist kann eine moderne Kompaktstation eingesetzt werden. Ein Wärmemengenzähler erfasst die gelieferte Wärme für die Abrechnung.

Unser Fernwärmenetz

Unser Fernwärmenetz wurde in den letzten Jahren ständig erweitert und wird noch weiter im Rahmen von wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgebaut werden. Auch in Zukunft wollen wir dem Wunsch vieler Reutlinger Bürger nach einem Anschluss an die komfortable Fernwärme nachkommen.

Versorgungskarte

Fernwärmeerzeugung

Die FairEnergie erzeugt in insgesamt 11 Heizwerken Wärme für Fern- bzw. Nahwärmenetze. 6 dieser Anlagen werden als Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Erdgas als Antriebsenergie betrieben.

Außerhalb des Fernwärmenetz „ Hauffstraße“ werden dabei Blockheizkraftwerke der Firma Comuna Metall mit einer elektrischen Leistung von 50 Kilowatt und einer thermischen Leistung von 100 Kilowatt bzw. 100 Kilowatt elektrischer und 200 Kilowatt thermischer Leistung eingesetzt. Die Anlagen haben zusätzlich jeweils einen oder zwei Spitzenkessel, die bei hohem Wärmebedarf zugeschaltet werden können.

Was ist ein Blockheizkraftwerk?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage zur Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie. Als Antrieb für den Stromerzeuger wird ein erdgasbetriebener Verbrennungsmotor eingesetzt. Die Abwärme des Motors wird in der Fernwärmeversorgung genutzt. Zur Deckung von Lastspitzen wird ein BHKW meist durch eine Spitzenkesselanlage ergänzt.

Was macht ein Blockheizkraftwerk so effizient?

Ein BHKW arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dies bedeutet die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einem gemeinsamen Prozess. Dabei wird der eingesetzte Brennstoff optimal genutzt und ein Gesamtnutzungsgrad der Primärenergie von fast 90 % erreicht. Durch die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung kann im Vergleich zur dezentralen Gebäudeheizung und der Stromerzeugung in einem Großkraftwerk über 30 % Primärenergie eingespart werden. Das schont die Energievorräte und entlastet die Umwelt von Schadstoffbelastungen.

Blockheizkraftwerk Hauffstraße

Motorblock und Generator des BHKW Hauffstraße

Das BHKW Hauffstraße wurde erstmals 1992 in Betrieb genommen und zur umweltschonenden Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt.

2007 bis 2010 und in den jahren 2012 bis 2016 wurde das "Herz der Reutlinger Fernwärmeversorgung" und die dazugehörigen Nebenanlagen für rund 11 Mio. Euro auf den technisch neuesten Stand gebracht. Die elektrische Leistung der Motorenanlage konnte von 3,6 auf 10 Megawatt und die thermische Leistung von 6,4 auf 11,9 Megawatt erhöht werden. Damit können rund 11.000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom und rund 3.000 Vier-Personen-Haushalte mit Wärme versorgt werden.

Die Wärmeleistung der Kesselanlage wurde in dem Zeitraum von 21 Megawatt auf 40,5 Megawatt erhöht.

Durch den Ausbau unseres Wärmenetzes haben immer mehr Reutlinger Bürger die Möglichkeit zum Anschluss an die Fernwärme. Um die Wärmeversorgung auch zukünftig sicherstellen zu können, soll das Heizkraftwerk in der Hauffstraße ab dem Jahr 2021 weiter ausgebaut werden.

Abgaswärmetauscher BHKW Hauffstraße

Das BHKW nutzt die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Als Brennstoff kommt der umweltschonende Energieträger Erdgas zum Einsatz.

Das BHKW Hauffstraße besteht aus 5 erdgasbetriebenen BHKW-Motoren, die über 80 % der Fernwärme mit umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik erzeugen. Ergänzt wird das BHKW durch 4 Spitzenlastkessel, die bei besonders hohem Wärmebedarf zugeschaltet werden können und wahlweise mit Erdgas oder Heizöl betrieben werden.

Die Kohlendioxid-Emissionen werden durch das Blockheizkraftwerk um ca. 10.000 Tonnen jährlich verringert – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Der sehr günstige Primärenergiefaktor und niedrige CO2-Emissionsfaktor des BHKW Hauffstraße wurden vom TÜV zertifiziert.

 

 

Technische Daten:

  • Inbetriebnahme: 1992
  • Versorgung: Wohn- und Geschäftshäuser in der Innenstadt, Wohngebiete "Schafstall", "Hohbuch" und "Ringelbach", Fachhochschule Reutlingen, Stadthalle, Rathaus, Stadion Kreuzeiche, BruderhausDiakonie, Schulzentrum des Landkreises in der Bismarckstraße, Klinikum am Steinenberg
  • BHKW-Fabrikat: Caterpillar
  • Motor-Typ: V-20 Zylinder Erdgas-Ottomotor
  • BHKW-Module: 5 Stück
  • Elektrische Motorenleistung: 10.080 kW
  • Thermische Motorenleistung: 11.917 kW
  • Gesamtwirkungsgrad: 87,1 %
  • Leistung Spitzenkesselanlage: 40.500 kW
  • Stromerzeugung (2018): ca. 44.000.000 kWh/Jahr
  • Wärmeerzeugung (2018): ca. 68.000.000 kWh/Jahr
  • Erdgaseinsatz (2018): ca. 142.000.000 kWh (Hs)
  • Versorgte Haushalte: ca. 14.000
  • CO2-Einsparung: ca. 11.000.000 kg/Jahr

Heizwerk Bahnhofstraße

Um die derzeitige Wärmebereitstellung zu sichern und zur Abdeckung eines zukünftigen Mehrbedarfs durch den Ausbau der Fernwärme, insbesondere in der Oststadt, wurde das Heizwerk Bahnhofstraße gebaut. Das Heizwerk wurde als Verbundheizwerk zum Heizkraftwerk Hauffstraße konzipiert und erstellt. Die intelligente Steuerung der Heizwerke macht es möglich, dass beide Erzeugungsstandorte gleichzeitig in das Fernwärmenetz einspeisen können. Durch den Bau des zweiten Erzeugerstandortes ist zudem die Versorgungssicherheit deutlich verbessert worden. Wann wird das Verbundheizwerk benötigt? Grundsätzlich soll so viel Wärme wie möglich umweltfreundlich nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung in der Gasmotorenanlage im Heizkraftwerk Hauffstraße erzeugt werden. Steigt zukünftig der Wärmebedarf an, reicht die Leistung im Heizkraftwerk Hauffstraße zum einen nicht mehr aus, um den Wärmebedarf zu decken und zum anderen kann es durch die großen Entfernungen im Fernwärmenetz zu hydraulischen Engpässen kommen. In diesen Fällen wird das Heizwerk Bahnhofstraße benötigt.

Technische Daten:

  • Inbetriebnahme: Nov / Dez 2018
  • Heizkessel, Fabrikat: Viessmann
  • Leistung: 2 x 8.000 kW
  • Brennstoff: wahlweise Erdgas/Heizöl

Mikro-Blockheizkraftwerk

ecoPower 1.0 im Test bei der FairEnergie

Als zukunftsorientiertes Energie-Unternehmen liegen der FairEnergie GmbH die Förderung, der Ausbau und die Nutzung von erneuerbaren Energien und der Einsatz effizienter Technologien ganz besonders am Herzen.

Von September 2007 bis Dezember 2009 hat die FairEnergie GmbH, zusammen mit den Partnern European Institute for Energy Research (EIFER) und der EnBW, in einem Feldversuch ein Mikro-BHKW mit Stirlingmotor erfolgreich getestet.

Das Mini-Kraftwerk, in welchem Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt wird, versorgte ein Einfamilienhaus auf dem Werksgelände der FairEnergie. Der Überschussstrom wurde ins Netz eingespeist. Von Juni 2010 bis Februar 2013 wurde das seriennahe Nachfolgemodell, WhisperGen EU1, an gleicher Stelle in Betrieb genommen. Am Projekt waren auch wieder die gleichen Partner beteiligt. Der EU1 wurde in einigen Teilen, nicht zuletzt auch durch die Erfahrungen des Feldtest bei der FairEnergie, überarbeitet und optimiert, so dass das Projekt zur konsequenten Weiterentwicklung in Sachen effizienter Energieeinsatz eine weitere Fortsetzung fand.

Nach den positiven Erfahrungen der vorangegangenen Projekte hat sich die FairEnergie GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen / Reutlingen Research Institute entschlossen ein weiteres Mikro-BHKW im Selbstversuch zu testen.

Seit Dezember 2013 ist daher das Aggregat ecoPower 1.0 des Herstellers Vaillant in Verbindung mit einem Spitzenlast Brennwertkessel in Betrieb. Das Aggregat mit 1 kW elektrischer Leistung produziert ca. 6.500 Kilowattstunden Strom und ca. 14.200 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. (Dies entspricht ca. 55 % des Jahreswärmeverbrauches des angeschlossenen Einfamilienhauses). Das Reutlingen Research Institute erhält die unter realen Bedingungen entstandenen Daten zu Forschungszwecken. Ziel ist es weiterhin, die Alltagstauglichkeit nachzuweisen.