Tarifberater

Tarifberater

Windkraft

Windenergie ist die Bewegungsenergie der Luftmassen in der Atmosphäre. Die Nutzung des Windes hat lange Tradition: Windmühlen wurden zum Mahlen von Getreide oder Auspressen von Öl benutzt.

Im Grunde gehört der Wind zur Sonnenenergie: Durch die Kraft der Sonne wird die Luftschicht der Erde erwärmt. Aufgrund lokaler Unterschiede bilden sich hierbei Hoch- und Tiefdruckgebiete. Bewegt sich die Luft aus einem Hochdruck- in ein Tiefdruckgebiet, spricht man von Wind. Mithilfe von Windkraft-Anlagen kann die im Wind vorhandene Energie in Strom umgewandelt und damit für den Menschen nutzbar gemacht werden.

Funktionsweise von Windkraftanlagen

Hoch oben auf der gigantischen Säule eines Windrads befindet sich das Herzstück eines Windkraftwerks: die Gondel. Stets dreht sie sich dem Wind entgegen, damit er die riesigen Rotorblätter antreibt. Im Inneren der Gondel überträgt sich die Drehbewegung des Rotors auf einen Generator. Dieser erzeugt schließlich den Strom.

Onshore- und Offshore-Anlagen

Onshore oder offshore: Welche Art von Windenergie-Erzeugung sinnvoller ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Techniken haben ihre Berechtigung, aber auch ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Entscheidend sind also der politische Blickwinkel und eventuell die wirtschaftliche Interessenlage.

Die beiden Techniken stehen sich nicht entgegen, sondern ergänzen sich.

Auch wenn die Windenergieanlagen (WEA) auf den ersten Blick gleich aussehen: Onshore- und Offshore-Windenergie sind zwei recht unterschiedliche Märkte. Während die Onshore-Windenergie in Deutschland schon seit gut 20 Jahren kommerziell genutzt wird, hat die Offshore-Windenergie eben erst die Startlöcher verlassen – der erste deutsche Offshore-Windpark »alpha ventus« ging 2009 in der Nordsee in Betrieb. Entsprechend unterschiedlich sind auch die installierten Onshore- und Offshore-Leistungen.

Mit einer Bruttoerrichtung von insgesamt 6.182 Megawatt im Jahr 2014 wurde ein neuer Rekord für den Ausbau der Windenergie aufgestellt. Allein an Land wurden 1.761 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.745 Megawatt neu errichtet. Damit liegt der Wert um rund 1.500 Megawatt über dem bisherigen Rekordjahr 2002. Im Rahmen eines Repowerings wurden 588 Windenergieanlagen mit 386 Megawatt abgebaut und durch 619 Anlagen mit 1.729 Megawatt ersetzt. Der „Nettozuwachs“ der Windenergie an Land beläuft sich somit auf 4.359 Megawatt und liegt deutlich über dem von der Bundesregierung festgelegten Zielkorridor von 2.400 - 2.600 Megawatt pro Jahr. Das Repowering hat mit rund 36,4 % einen beachtlichen Beitrag zum Ausbau an Land geleistet. Auf See wurden mehrere Windparks komplett errichtet und weitere sind bereits im Bau. Im Jahr 2014 wurden 324 Offshore- Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.437 Megawatt neu installiert, 142 Windenergieanlagen mit 529 Megawatt konnten erstmals Strom ins Netz einspeisen. Insgesamt waren zum Jahresende 2014 in Deutschland 25.373 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 40.457 Megawatt errichtet. (Quelle: DEWI Magazin Nr. 46, Februar 2015)

In der öffentlichen Debatte über das Für und Wider von Onshore- und Offshore-Windenergie werden hauptsächlich folgende Argumente ins Feld geführt: Onshore-Windenergie verursacht niedrigere Investitionskosten; sie ermöglicht dezentrale Stromerzeugungs-Strukturen und benötigt daher weniger Netzausbau. Allerdings bringt sie geringeren Stromertrag, der zudem größeren Schwankungen unterworfen ist. Demgegenüber verschafft Offshore-Windenergie höheren und stetigeren Stromertrag und wird kaum von Bürgerprotesten blockiert, erfordert aber höhere Investitionskosten pro Anlage und generell mehr Netzausbau; außerdem fördert sie eine Zentralisierung der Stromerzeugungs-Strukturen.

Unsere Windkraftkooperation - Baltic A

Rund 16 Kilometer nördlich von der Ostsee-Halbinsel Darß-Zingst liegt der Windpark Baltic 1, einem Projekt der EnBW an dem sich die FairEnergie beteiligt hat. Auf sieben Quadratkilometern stehen 21 Windenergie-Rotoren, die alle Größendimensionen sprengen: Unglaubliche 125 Meter misst jedes der 21 Windräder von der Meeresoberfläche bis zur Rotorspitze und ist damit annähernd so hoch wie der Kölner Dom. Jeder Rotor besitzt einen Umfang von 93 Metern, etwa der Länge eines Fußballfeldes. Jedes Windrad hat eine Leistung von 2,3 Megawatt und der prognostizierte Jahresstromertrag liegt bei 185 Millionen Kilowattstunden Strom für rund 50.000 Haushalte. Baltic 1 liefert einen beträchtlichen Baustein zum Erreichen der EU-Klimaschutzziele: Pro Jahr werden ca. 94.000.000 kg CO2 eingespart und nicht an die Umwelt abgegeben.

Durch die finanzielle Beteiligung der FairEnergie an Baltic 1 stehen jährlich rund 15 Millionen Kilowattstunden Strom zur Verfügung, der physikalisch ins Netz eingespeist wird. Damit kann der Strombedarf von ca. 4.200 Haushalten mit CO2-freiem Strom gedeckt werden – 100 % Windkraft und 0 % CO2. Dies hat FairEnergie zum Anlass genommen, ein neues Produkt einzuführen – FairStromOstsee. Damit unterstreicht FairEnergie ihr klares Bekenntnis, den Ausbau Erneuerbarer Energien voranzutreiben, Energie wirksam zu nutzen und so Emissionen zu minimieren.

Technische Daten:

  • Inbetriebnahme: 2011
  • Größe: 7 km²
  • Gesamtleistung: 48,30 Megawatt
  • Erzeugung: 185.000.000 kWh/Jahr
  • CO2-Einsparung*: 93.980.000 kg/Jahr

* Kohlendioxideinsparung basiert auf dem „Strommix Deutschland“ Stand 2014.

Weitere Kooperationen der FairEnergie

Biosphärenwindpark Schwäbische Alb

Vier in der Region verwurzelte Unternehmen einigten sich auf eine Zusammenarbeit für die einheitliche Entwicklung von Windenergiestandorten auf der Schwäbischen Alb.

Die Unternehmen, EnBW, FairEnergie GmbH, SoWiTec group GmbH und Stadtwerke Münsingen GmbH machten den Gemeinden Gomadingen, Mehrstetten, Münsingen und St. Johann das Angebot, ihre für Windenergie geeigneten Flächen im Rahmen einer abgestimmten Planung und nach einheitlichen Standards zu entwickeln und zu realisieren. Dazu wurde eine gemeinsame Gesellschaft – die Biosphärenwindpark Schwäbische Alb GmbH mit Sitz in Münsingen – gegründet über diese die Entwicklungsaktivitäten koordiniert werden.

Die Kooperationspartner bündeln darüber ihre Kräfte auf den Gemeindegebieten; sie versprechen sich dadurch schnellere und professionellere Projektplanungen sowie Synergien aus einem gemeinsamen Vorgehen. Das Gemeinschaftsunternehmen hat mit den Gemeinden verbindliche und einheitliche Planungsstandards für die Entwicklung der Projekte festgelegt, die auf dem Wege einer Selbstverpflichtung auch über die eigentliche Projektentwicklungsphase hinaus gelten sollen. Gemeinsames Ziel ist es, eine geordnete und verträgliche Windenergieentwicklung mit hoher Akzeptanz, hoher lokaler Wertschöpfung, dem Angebot von Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten sowie einheitlichen und fairen Bedingungen für Grundstückseigentümer zu ermöglichen.

Kooperation Tautschbuch

Für die Windkraftentwicklung im Gebiet Tautschbuch bei Zwiefalten/ Riedlingen haben sich ein örtlicher Landwirt, die EnBW und die FairEnergie zu einer Kooperation zusammengeschlossen. Zur Entwicklung des Projektes werden die in der Region verwurzelten Partner in naher Zukunft eine Projektgesellschaft gründen.

In dem Gebiet soll unter Berücksichtigung der örtlichen Belange ein Windpark entstehen, an dem sich die Bürger ebenfalls beteiligen können.

Darüber hinaus sollen von dem Projekt unter anderem die Grundstückseigentümer über faire und einheitliche Pachtmodelle, die beteiligten Kommunen, als auch regional ansässige Unternehmen profitieren können. Dadurch soll die Wertschöpfung möglichst in der Region bleiben.

Die Kooperationspartner werden auch nach dem Bau der Anlagen vor Ort präsent sein und die Anlagen betreiben. Somit werden alle Phasen von der Planung über den Bau bis zum Betrieb der Anlagen und späteren Rückbau durch die Partnerschaft abgedeckt.